Im Jahre 1848 fand die erste Deutsche Bischofskonferenz in Würzburg statt (Abbildung: zeitgenössischer Stich). 160 Jahre danach versammelten sich die höchsten Würdenträger der katholischen Kirche im Februar 2008 im Exerzitienhaus Himmelspforten. Höhepunkt war die erstmals seit über 20 Jahren stattfindende Neuwahl des Vorsitzenden. Nach dem überraschenden Rücktritt von Kardinal Karl Lehmann Mitte Januar wählte die Vollversammlung den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zu dessen Nachfolger.
Zeitgemäß eingerichtet, geschmackvoll und künstlerisch neu gestaltet, dient das Exerzitienhaus Himmelspforten, das Bischof Dr. Friedhelm Hofmann
2005 einweihte, den Menschen wie schon in der Vergangenheit auch in der Zukunft als Ort der Begegnung mit Gott und den Menschen.
Nach dem Wiederaufbau zeigten sich 1963 gravierende Spätschäden der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Nord- und Westflügel mussten wegen Einsturzgefahr abgetragen werden. Bischof Josef Stangl konnte das
von Grund erneuerte Haus 1967 einweihen. Bis zur Jahrtausendwende wurden Sanierung und Modernisierung des Exerzitienhauses nötig.
Das Verbot der Exerzitien und die Enteignung des Hauses durch die Nationalsozialisten im Jahre 1941 bedeuteten das Ende für das Exerzitienhaus. Am 31.3.1945 zerstörten Bomben
Ostflügel, Kirche und Kloster schwer.
Erst im Jahre 1954 konnte Bischof Julius Döpfner das wiederhergestellte Haus seiner Bestimmung übergeben.
1925 wurde ein eigenes Gebäude für den Karmel errichtet. Die historischen Gebäude der alten Abtei wurden nun als Exerzitienhaus der Diözese Würzburg verwendet, das Bischof Dr. Matthias Ehrenfried 1926 einweihte. Franziskanerinnen von Oberzell lebten als betende Gemeinschaft im Haus und sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.
In den kommenden Jahren entwickelte sich im Exerzitienhaus ein reges religiöses Leben. Sehr viele Menschen kamen zu Exerzitien und Besinnungstagen.
Im Jahre 1803 wurde durch die Auswirkungen der Säkularisation auch das Kloster Himmelspforten aufgelöst und enteignet. Nach verschiedenster Nutzung der Gebäude zog 1844 durch einen
Frauenkonvent der Karmeliterinnen neues Ordensleben ein.
Unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn erreichte das Kloster ab 1582 neue Blüte. Die Konventsgebäude und die Kirche wurden in den Stilformen der Renaissance erneuert.
Im Jahre 1354 zerstörten aufständische Bürger große Teile des Klosters. Neben anderen Gebäuden musste vor allem der Kreuzgang wieder neu errichtet werden. Der Bauernkrieg (1525) und die unruhigen Jahre der Reformationszeit brachten neue Zerstörung und Zerfall.
Der Würzburger Bischof Hermann von Lobdeburg ließ in den Jahren 1252/53 am linken Ufer des Maines, am heutigen Standort, ein Kloster für Zisterzienserinnen errichten. In den kommenden Jahren entwickelte sich ein reges Klosterleben nach der benediktinischen Regel „ora et labora“.